Interview mit David Jost

Und Episode 37


PhotobucketTalent, harte Arbeit oder Glück - was braucht man, um nach oben zu kommen? Tokio-Hotel-Produzent David Jost weiß es!

Er ist Produzent, Songwriter und Manager von Tokio Hotel. David Jost hat die Band aus Magdeburg entdeckt, aufgebaut und zum internationalen Erfolg geführt. Der kreative Hamburger ist ein Workaholic, sein Terminkalender quasi rund um die Uhr voll. Trotzdem nahm sicher der 35-Jährige die Zeit und gab yam! ein exklusives Interview. Dabei verriet er, was ein Star besitzen muss, um dauerhaft Erfolg zu haben, und warum der Wille oft mehr zählt als die Begabung…

Was muss ein Star mitbringen?
DAVID: Potenzial! Er muss vor allem emotionales Potenzial und außerdem eine sehr große Willenskraft mitbringen. Wenn Talent und Wille bei einem Künstler hoch konzentriert zusammenkommen, sind die Chancen sehr groß, dass er sich früher oder später durchsetzen wird.

Kann man es auch schaffen, wenn man nur eine dieser beiden Eigenschaften hat?
DAVID: Ja, aber diese muss dann dafür ganz besonders stark ausgeprägt sein. Wenn man nur Talent hat, aber nicht sehr willenstark ist, muss man halt das Glück haben, von Menschen umgeben zu sein, die einen zum Erfolg treiben. Auch andersherum kann es funktionieren. Jemand mit eher mittelmäßigen Talent, aber dafür enormer Willenskraft und Intelligenz, kann trotzdem eine Chance auf Erfolg haben.

Gibt es dafür ein gutes Beispiel?
DAVID: Madonna! Eine wirklich herausragende Sängerin ist sie eigentlich nicht, aber sehr intelligent. Madonna hat sich über einen Zeitraum von über 20 Jahren an der Weltsitze gehalten. Das hat nichts mit Glück zu tun, kein Mensch hat so lange Glück. Sie überlässt nichts dem Zufall. Obwohl Madonna selbst auf der Bühne steht, gehört sie zu den großen Strippenziehern der Musikbranche.

Was braucht man noch, um erfolgreich zu werden und dauerhaft zu bleiben?
DAVID: Eine sehr wichtige Eigenschaft, die auch mit Willensstärke zusammenhängt, ist die Bereitschaft, Opfer zu bringen, um sein Ziel zu erreichen. Für großen und langfristigen Erfolg muss man fast immer Opfer bringen. Das gilt nicht nur für die Musikbranche. Man muss schon unglaublich viel Glück und Talent haben, um sich ohne Opferbereitschaft langfristig oben halten zu können.

Woran erkennst du Talent?
DAVID: Das kann man nicht so pauschal sagen. Meistens kann man Talent spüren. Ich verlass mich da hauptsächlich auf mein Bauchgefühl.

Und was hat dir dein Bauchgefühl gesagt, als du zum ersten Mal Tokio Hotel gesehen hast?
DAVID: Ich bin komplett durchgedreht [lacht]. Es hat mich total unverhofft getroffen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich eigentlich alles andere vor, als mich komplett einer Band zu widmen. Aber alle Pläne, die ich vorher hatte, waren sofort vergessen, als ich die Jungs das erste Mal gehört und gesehen haben, Bill war damals 13 und hat mir und meinen Partnern Band-Demos vorgespielt, die sie in Eigenregie in ihrem kleinen Magdeburger Probenraum live aufgenommen hatten. Nachdem die Jungs sich dann ein paar Stunden später wieder verabschiedet hatten, hab ich die ganze Zeit nur noch “Yes” und “Strike” geschrieen [grinst].

Hast du gewusst, dass Tokio Hotel auch international so erfolgreich werden?
DAVID: Nein, natürlich nicht. Ich war mit todsicher, dass die Band in Deutschland durch die Decke geht. Ich hab gegenüber der ganzen Musikbranche alles darauf gewettet. Aber es wäre schon anmaßend gewesen, wenn ich erwartet hätte, dass es international so abgehen würde.

Was ist das Erfolgsrezept von Tokio Hotel?
DAVID: Der Musikmarkt ist voll von Künstlern, bei denen es nur läuft, wenn man ihnen den ganzen Tag genau sagt, was sie tun müssen und aufpasst, dass sie alles richtig machen. Bei TH ist das Gegenteil eines der Erfolgsrezepte.

Inwiefern?
DAVID: Wenn man Bill etwas gegen seinen Willen vorschreiben würde - was eh unmöglich wäre - würde er ganz viel von dem verlieren, was ihn ausmacht. Bill muss von dem, was er tut, komplett überzeugt sein - um auch wirklich so gut zu sein, wie er sein kann. Der wusste schon als kleiner Junge genau, was er will, und besonders, was er nicht will. Das spüren die Menschen. Außerdem trägt er sehr große emotionale Extreme in sich. So einen Frontmann findet man in Deutschland nur alle paar Jahrzehnte. Das Starpotenzial dieser Band is so groß. Selbst wenn ich total gehirnamputiert gewesen wäre, hätte ich das Ding nicht an die Wand fahren können [lacht] …

Songwriter oder Manager - was macht dir mehr Spaß?
DAVID: Das Songschreiben macht natürlich mehr Spaß. Aber das Managen ist auch ein kreativer und abwechslungsreicher Job. Ich habe das Glück, dass ich für eine Band arbeiten an die ich selbst glaube und die mich jeden Tag aus Neue kickt. Wenn das nicht so wäre, könnte ich den Job nicht machen.

Hast du mit Tokio Hotel schon angefangen, am dritten Album zu arbeiten?
DAVID: Mit dem Songwirting haben wir begonnen. Bill hat gerade eine kreative Hochphase und kommt ständig mit neuen Songideen an.

Welches ist der beste Song, den du jemals komponiert hast?
DAVID: Den habe ich noch nicht geschrieben. Der kommt erst noch [lacht]!

Episode 37 - hier klicken

Quelle: Tokio-Wonderland.de; Youtube.com
Liebe Grüße

ThBestBand

22.2.09 18:56
 
Gratis bloggen bei
myblog.de